Female Warriors IV – Wenn Roboter und Gothic auf die Kriegerin treffen

Wir hätten ja selber nicht gedacht, dass wir unsere Female Warrior Kategorie so schnell befüllen könnten. Aber es sind derzeit doch eine beeindruckende Zahl von mutigen, weiblichen Kämpfer-Egos da draussen, die gerade mehr oder weniger für Gerechtigkeit und Frieden jeglicher Art sorgen. Und inbesondere die feminine Gruppe dieser Krieger inspiriert uns doch immer wieder.

So auch diese androide Spezies, die sich im light-japano Gothic-Lolita Kleid durch das Spiel „Nier: Automata“ schwingt, um in bester Hack-and-Slay Marnier sich durch bizarre Endzeitwelten zu kämpfen. Was für ein Auftritt. Wer jetzt hier aufhört zu lesen, verpasst genau die Tiefgründigkeit, die auch im Spiel unerwartet zuschlägt. Die Protagonistin im Spiel ist nämlich selber ein Roboter, besser gesagt Androide, und hat den simplen Namen „2B“.

2B ist ein menschlich äusserst ansehnlicher Kampfroboter, der (die?) gemeinsam mit dem Kollegen 9S unseren Heimatplaneten von aggressiven Alien-Maschinen befreien will. Dort stellen jedoch beide fest: Die ursprünglich dummen Invasions-Maschinen beginnen Sprache und Kleidung von Menschen nachzuahmen! Und sehnen sich nach Liebe, Sex und Individualität. Diese Entdeckung ist der Beginn einer ganzen Reihe tragischer Entwicklungen, die nicht nur den Ausgang dieses Krieges maßgeblich beeinflusst, sondern die auch das Selbstverständnis der beiden Hauptfiguren in Frage stellt.

Selbst Animé-Muffel werden sich in dieser dystopischen und post-apokalyptischen Welt wohlfühlen. Die musikalische Begleitung mit engelsartigen Chören, melancholischen Balladen und eingängigen Rhythmen steht hier in Nichts nach. So dass ihr euch dann wie die Protagonisten im Spiel alsbald fragen werdet: Können Roboter Liebe empfinden? So versuchen die Entwickler mit Konventionen zu brechen. Es wird die grosse,  philosophische Frage diskutiert, was in dieser menschlich-technologischen Hybridwelt als Spagat zur Akzeptanz beider Daseinsformen dienen könnte.

Nur soviel sei gesagt, ohne dass Spoiler sich hier breit machen. Nichts ist so, wie es scheint. Und das Ende muss man erstmal verdauen und bloss nicht anfangen zu weinen.

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