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Ziel erreicht! Cmdr Bangalor: „We´ve reached deep space target destination. Fascinating view“

Geschafft!
Geschafft!

Nachricht über Langstreckentransponder von Commander Bangalor,  Forschungsraumschiff „B.S.C: Glan Naur“ an Dr. Han, Universal Carthographics Forschungsstiftung (UCF):

Start transmission Alpha-Q759g98

„We´ve reached deep space target destination. Fascinating view“.

End transmission Alpha-Q759g98

Nach 7-monatiger Reise haben wir nun das Ziel erreicht. Die von Dr. Han zu Anfang unserer Reise übergebenen Koordinaten haben uns zu dem blauschimmernden Nebel VEGNUE QY-R E4-1698 A geführt. Ein beeindruckender Nebel mit einem ebenso beeindruckenden,  schwarzen Loch in der Mitte des Systems.

Into the blue
Into the blue
25 km Abstand
25 km Abstand

Wir sind exakt 37.373,94 Lichtjahre weg von SOL, soweit wie noch nie.

Proof of Distance: 37,373,94 LY.
Proof of Distance: 37,373,94 LY.
Proof of Location
Proof of Location
Proof of Whisky still on board
Proof of Whisky still on board

Und hier noch ein paar Eindrücke:

Delightful view
Delightful view
von außen
von außen

Wir werden hier nun mindestens 2 Wochen verbleiben, um das System mit einem umfangreichen Scan zu versehen. Es wird wohl einen Grund geben, warum uns Dr. Han nun unbedingt hierher geschickt hat.

der Blick in den System Map
der Blick in den System Map

Status: Schiff 94%, Kraftwerk 92%, Hülle 94%, Heat Sinks: 2/9

Live-Bildübertragung aus dem Cockpit jetzt möglich

Dr. Internet hat es auch hier wieder geschafft. Nachdem der Langstreckenfunk mit Cmdr Bangalor erfolgreich über TS3 hergestellt wurde, ist jetzt auch zeitweise eine Bildübertragung von Cmdr Bangalor LIVE aus dem Cockpit möglich.

Da die Übertragung bei diesen ultralangen Distanzen aus dem Deep Space allerdings stark von den interstellaren Konstellationen abhängt, ist die Bildübermittlung nur eingeschränkt und zu bestimmten, nicht vorhersagbaren Zeiten möglich. Darum testet selbst, wann Cmdr Bangalor online ist.

Die Übertragung erfolgt über den Langstreckenkanal von hitbox.tv unter:

http://www.hitbox.tv/Bangalor

33.333 Lichtjahre weg von SOL

Die besten Pics der letzten 5.000 Lichtjahre (Sonnenbrille bitte auf):

da hinten ist doch noch was...
da hinten ist doch noch was…

 

zwei dicke A und B Twins

 

Double T-Tauri Type

Das hatten wir bisher auch noch nicht. Ein schwarzes Loch in einem System ist an sich nichts Besonderes. Aber hier scheint es wohl schon alle seine Nachbarplaneten gefressen zu haben und nun ist es ziemlich duster hier. Tja, Pech gehabt:

Black Hole in Black
Black Hole in Black

 

Während einer unserer zahlreichen Erkundungsflüge auf diversen Monden reckt sich ein Berg mitten in einem Krater nach oben. Der sah erst so klein aus (ich schätzte so ca. 8 km hoch).

ein Berg mitten im Krater, sah erst so klein aus, aber dann
ein Berg mitten im Krater, sah erst so klein aus, aber dann

Er war dann bestimmt 70 km hoch und ich stehe hier auch nur auf dem ersten Plateau in 5 km Höhe. Ich hatte die Bergauffahrt dann aufgegeben.

Hoch oben auf dem Berg
Hoch oben auf dem Berg mit Blick zurück aufs Schiff

 

Unser Nachtlager heute:

Übernachten im Camp
Übernachten im Camp

Explorer auf Abwegen

Binär-Sonnensysteme sind immer etwas Besonderes. Nicht nur wegen ihrer Schönheit, sondern auch wegen ihrer gefährlichen Anziehungskraft. Denn zwei masse-reiche Sonnen in näherer Umgebung wirken sich schon anders aus, als nur eine:

Zwei Sonnen
Zwei Sonnen

Und man muss aufpassen, dass man nicht verbrannt wird. Also immer genug Kühlkörper haben, nicht nur „Zwei“.  Nun, zwei sind immer noch besser als null, aber die ziehen dann auch reichlich Energie. Und als Katalysator für unseren Triebstoffsammler fungiert eine Reihe von nicht gerade häufigen Edelmetallen. Unterwegs finden wir immer einige metallreiche Planeten, die das ein oder andere Metall beherbergen könnten. Jedoch finden wir in näherer Umgebung nur einen farblich interessanten Gasriesen mit leicht metallischen Ringen. Kein Grund für eine Landung, aber recht ansehnlich:

pinky ball in rings
pinky ball in rings

Aber einen kurzen Abstecher zum Surfen auf den Ringen lassen wir uns nicht entgehen.

Surfing
Surfing

Und dann ertönt es aus dem Nav-computer: „Attention, EL-Signal. Attention, EL-Signal“. Lieutenant Layla und ich hören diese Meldung nicht zum ersten Mal. Doch immer, wenn  wir sie mal hören, geht bei uns beiden schon der Puls nach oben. Es passiert selten, aber wenn „EL-Signal“ kommt, dann ist eine „earth-like world“ in der Nähe. Und wenn man dann aus dem Fenster schaut, dann kommt das Heimweh:

Earth-like
Earth-like

Eine erdähnliche Welt. Meist vergleicht der Nav-Computer die gescannten Daten mit einem Katalog von EL-Signalen, die alle Ähnlichkeit mit SOL haben: sauerstoffhaltige Atmosphäre, wasserähnlich, G-Werte von 0,5 bis 2, Temperatur von -60 bis +60 Grad Celsius, etc. Die EL-Welten sind alle unbewohnt, denn erdähnlich heißt nicht unbedingt lebensfreundlich. Aber sicherlich ein mögliches Ziel für die zahlreichen Keppler-Expeditionen der UCF.

Mit Wehmut schauen wir der Erde X hinterher, springen weiter und finden zum guten Schluss, einen äußerst seltenen MS Stern (viel riesiger als die üblichen M-Sonnen), um dann auch auf dem nahegelegenen 100% metallreichen Mond zu landen.

Sind wir alle drauf?
Sind wir alle drauf?

Zeit für einen Ausflug mit unserem SRV-Buggy, um Metalle zu erbeuten. Wir sind auf der halbdunklen Nordkappe des Mondes gelandet und unser Frontlicht des SRV erleuchtet die hügelige Strecke vor uns.

SRV
Headlights on!

An diesem Abend erbeuten wir zwei seltene, wichtige Metalle. Germanium und Polonium. Durch unseren Synthesereaktor an Board können wir damit nun endlich einige Reparaturmaterialien für  etliche zerschmolzene Schaltkreise gewinnen. Der Tag war ein Erfolg.

MS Star

Plötzlich piept der Nav-Computer und wir hören die Stimme von A.S.T.R.A.:

„Commander Bangalor, target destination found. Setting target coordinates. New route calculated. Ready to engage“.

Unser Ziel?

Status: Schiff 96%, Kraftwerk 96%, Hülle 94%, Heat Sinks: 2/9

Es grünt so grün – im Smaragdnebel – emerald green fog

Verdammt. Uns ist wieder ein Kühlkörper abhanden gekommen. Von den 9 Stück, die wir mit uns genommen hatten, waren 7 nun bereits durchgebrannt, verloren oder während des Fluges abgefallen. Und der letzte muss wohl in eine der Ionenspulen reingeknallt sein, so dass die Triebwerke der Glan Naur von A.S.T.R.A, unserer Bord-KI gleich erstmal abgeschaltet wurden. Notstopp kurz nach Austreten aus dem Hyperspace.

Wir staunten nicht schlecht. Wir befanden uns mitten in einem Ein-Stern-Nebel. Normalerweise enthalten galaktische Nebel immer viele hundert bis zehntausend andere Sterne. Doch dieser wunderschön grün schimmernde Nebel enthielt nur einen einzigen Stern.

DRYAU Ein-Stern-Nebel
DRYAU Ein-Stern-Nebel

Und als wir da drin waren, sah es plötzlich sehr grün aus. Unsere Armaturen auf der Schiffskonsole funkelten in smaragdgrünen Reflektionen.

Smaragd Cockpit
Smaragd Cockpit

Und von außen mit der Außenboardkamera sah das ganze Spektakel so aus:

Die "Glan Naur" in grün
Die „Glan Naur“ in grün

Nun, wir hatten zu mindestens noch die normalen Schubdüsen zur Verfügung. Lieutenant Layla murmelte von hinten nur: „Die Dose wurde hinten aufgeschlitzt. Das dauert mindestens 8 Stunden, inklusive zweier AFMUs“. Damit meinte sie mal wieder die Auto-Field-Maintenance Units, die bisher noch nicht wirklich viel zu tun hatten. Nun war allerdings eine nicht unerhebliche Reparatur zu erledigen. Ich konnte nichts machen und sah der Zwangspause für die nächsten Stunden etwas gelassen entgegen. Unser Ziel schien eigentlich bald fast vor unseren Augen zu erscheinen.

Status: Schiff 96%, Kraftwerk 96%, Hülle 94%, Heat Sinks: 2/9

Hinter dem Kern

Binär
Binär

Wir sind ca. 3.000 Lichtjahre hinter dem Zentrum Sagittarius A*, ca. 29.000 Lichtjahre von SOL entfernt. Wir sind auf der anderen Seite unserer Galaxis. So, wie von Dr. Han gewünscht. Die Universal Carthographics Forschungsstiftung (UCF) wäre stolz auf uns. Die Kurz- und Mittelstreckenscanner arbeiten nun auf Hochtouren. Dr. Han hatte uns zwar die Zielkoordinaten für ihren Forschungsauftrag gegeben, aber der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass es sich hier nur um semi-ekliptikale Koordinaten der Beta/Gamma Geozentrik handelt. Übersetzt heisst das, wir waren in der richtigen Richtung und kuckten geradeaus, doch genauso waren rund um uns herum, x-Sektoren, die nach den kartesischen Koordinaten alle unser Zielsystem (α, δ) sein könnten. Genauer gesagt war unser Ziel eingrenzbar durch:

  • x = sin α · cos δ = -sin ε · sin β + cos ε · cos β · sin λ
  • y = cos α · cos δ = cos β · cos λ
  • z = sin δ = cos ε · sin β + sin ε · cos β · sin λ

Nun ja, Lieutenant Layla fütterte den Navigationscomputer schon mit ausreichend Datenkurven, aus denen sich Sprungpunkte errechnen ließen. Wir müssten jetzt eigentlich nur noch den richtigen treffen.  Sicherlich fragte ich mich schon seit Beginn der Reise, warum Dr. Han uns hierhin schickte und was uns wohl erwartete. Ein toter, im Weltall schwebender Felsmond oder die galaktische Supernova, die alles verschlang. Noch war jedenfalls alles relativ unspektakulär, soweit man das in diesem Teil der Galaxis überhaupt sagen konnte. Und so gönnte ich mir eine schöne Tasse Andurianischen Tee, entspannte mich auf meinem Pilotensessel und schloss die Augen.

Notstop.

Status: Schiff 96%, Kraftwerk 96%, Hülle 94%, Heat Sinks: 3/9

I’ve seen things…

SAGITTARIUS A*
SAGITTARIUS A*

“I’ve seen things you people wouldn’t believe. Attack ships on fire off the shoulder of Orion. I watched C-beams glitter in the dark near the Tannhauser Gate. All those moments will be lost in time like … tears in rain.

Time to die.”

Blade Runner, The Director’s Cut 1991

Stille. Dunkelheit. Ein einzelner Funken, weit weg in der Unendlichkeit. Wir sind im Nirgendwo und doch dort wo alles begann. Wir sind weder hier noch dort. Aber wir sind angekommen. In der Mitte, wo alles eins ist. Im Zentrum. Das Zentrum von allem, unserer Galaxie. 26.000 Lichtjahre weit weg von SOL. Vor uns die Offenbahrung. Die Dunkelheit, die alles Licht verschlingt und doch der Anfang unserer Entstehung war.

Saggitarius A.

So weit weg von zu Hause (rot) und doch mitten im Zentrum
So weit weg von zu Hause (rot) und doch mitten im Zentrum

3 Monate waren wir unterwegs. Und nun sind wir hier, wo keine physikalischen Gesetze mehr gelten, wo jegliches Licht von der unendlichen Masse verschlungen wird und wir merken, wie unbedeutend wir sind. Der Anblick des allumfassenden Nichts vor uns lässt mich ehrfürchtig erzittern und gleichsam mich in voller Bewunderung erschaudern. Wir stehen vor einem supermassiven schwarzem Loch, welches gleichzeitig die Mitte unserer Galaxis markiert.

Wir haben auf dieser Reise viele Dinge gesehen und viel in Erfahrung gebracht. Wir haben viel über den Aufbau unserer Galaxis gelernt, was man tun sollte und was man auf keinen Fall tun sollte in gefährlichen Situationen, was man mitnehmen sollte und was nicht (der Eranin Pearl Whisky ist da ausgenommen).

Doch unsere Reise ist hier nicht zu Ende, sondern ab jetzt beginnen die wirklich unerforschten Gebiete auf der anderen Seite unserer Galaxis. Die andere Hälfte. Wie weit wir da hineinfliegen wollen, wissen wir nicht. Ausser dass wir zu den von Dr. Han übermittelten Koordinaten reisen und dort einen kompletten Datenscan erfassen müssen, bleibt der Weg frei.

Sprungsequenz einleiten, Hypersprung aktiviert, three, two, …one.

Burning sun
Auf geht es zum nächsten Sonnensystem

Status: Schiff 96%, Kraftwerk 96%, Hülle 97%, Heat Sinks: 4/9