1st PC Build – Teil 6 – der erste Strom und Mutter kriegt Kind

Erste Inbetriebnahme des Motherboard noch ausserhalb des Gehäuses zum Flashen des BIOS

Bevor wir das Motherboard in das Gehäuse bauen, sollten wir alle Arbeiten, die wir noch direkt am Motherboard machen können, ausserhalb des Gehäuses durchführen. Dazu zählt in unserem speziellen Fall ein Flashen des BIOS unseres Boards mit der aktuellsten Firmware. Da die B550 Motherboards vor dem Erscheinen der Ryzen 5000er Serie designt wurden, ist es ratsam ein BIOS Update durchzuführen. Dies dient dazu, dass das Motherboard den Ryzen Chip erkennt, wenn er auf den Boardsockel gesetzt wird und das System das erste Mal in Betrieb genommen wird. Wäre das System schon vollständig aufgebaut, gestaltet sich so ein Update eher schwierig, da der Chip dazu vorher wieder entnommen werden muss. Schwierig bei der ganzen Kabelei und den dann vorhandenen Komponenten. Genial gelöst hat der Hersteller unseres Boards dies mit der Q-Flash Funktion. Indem man das Motherboard nur an das Netzteil anschliesst und einen USB Stick mit der neusten BIOS Firmware des Motherboards in die dafür vorgesehene USB Schnittstelle steckt, kann man bereits am Anfang schon ohne Einbau von Speicher, CPU oder anderen Komponenten dieses Update vornehmen. Somit drücken wir den sogenannten Q-Flash Button auf der I/O Panel Seite und flashen das BIOS. Nach 7 Minuten ist die Sache erledigt. Dann können wir den Ryzen Prozessor und den Arbeitsspeicher einsetzen. Festplatten SSDs haben wir noch nicht, aber die können wir auch später noch hinzufügen. Wir trennen aber schon mal die Heatsink Abdeckungen für die SSDs. Mehr können wir derzeit noch nicht tun.

der Ryzen Prozessor und der Arbeitsspeicher (die zwei weissen Riegel rechts oben) nun auf dem Board installiert

Nach der Installation des Prozessors und des Arbeitsspeichers können wir das Board komplett in das Gehäuse montieren. Das Mutterschiff erhält somit die ersten Komponenten.

Motherboard installiert im Gehäuse

Wir können nun die ersten Kabelverbindungen des Gehäuses (Power Switch, Reset Switch, Power LED, Front USB Anschlüsse sowie Lüftersteuerung) mit dem Motherboard verbinden.

erste Verkabelungen (in weiss) und ein paar kleine schwarze

1st PC Build – Teil 5 – das Mutterschiff ist angekommen

Fractal Meshify 2

Der DHL Bote musste einfach dazu was sagen. Er schraubt auch an PCs und das ist definitv das beste Case und wünschte mir viel Spass und fuhr davon. Dabei hätte ich doch noch so viele Fragen gehabt. Nun gut, aber wir wollten ja selbst unsere Erfahrungen sammeln. Mit ehrfürchtigem, leicht eingeschüchtertem Blick schaue ich auf das ausgepackte Gehäuse. Die Front macht dem Namen alle Ehre. Meshify. In der Tat. Ein in weiss gehaltenes gottgleiches Wesen aus einer fernen, fremden Welt, feinst verarbeitet und bereit, meine Komponenten aufzunehmen, ist auf unserem Tisch gelandet und erholt sich wohl von seiner langen Reise.

Schweden kann also nicht nur IKEA

Das „Raumschiff“ ist komplett demontierbar, werkzeuglos versteht sich. Alle Seitenteile, Front-, Ober- und Unterteile sowie das Innenleben bestehend aus Festplattenkäfigen, Abdeckungen und Trennwänden sind entfernbar, um mühelos jegliche Komponenten problemlos im Inneren seines Bauches zu installieren. Darf ich das denn so einfach? Ja, schreit es mir förmlich ins Gesicht. Ohne meine Komponenten ist es machtlos, so erhaben es auch hier im Raum steht. Das Innere lässt sich ebenfalls mühelos konfigurieren, je nach Geschmack, zusätzliches Material wie metallische Festplattenaufnahmen sind mit dabei. Vorsichtig ziehe ich die Folie vom linken Seitenteil aus Glas ab und, oh Schreck, ich sehe Kratzer. Aber nein, auch auf der Innenseite des Glas-Seitenteils ist eine Folie. Ich entferne auch diese Folie und die Glasseite erscheint makellos und offenbart die klare Sicht ins Innere. Was für ein Trip.

eine Anleitung wie aus dem Möbelhaus, sogar in Farbe
Stripped down naked – einfache Demontage aller Gehäuseteile und Abdeckungen, um den Einbau aller Komponenten zu erleichtern

1st PC Build – Teil 4 – Ballistik? Ne, Ballistix!

Crucial Ballistix DDR 4 – 3600 CL16 2×16 GB RAM 1.35V RGB

Jetzt wird es ganz schwierig. Wenn ihr jemand seid, der zeitempfindlich ist, solltet ihr hier genauer lesen. Ob ein Programm in 0,7 Sekunden oder 0,9 Sekunden startet, hängt vom Arbeitsspeicher ab. Wem das wichtig ist, kann hier weiterlesen. Wem das komplett egal ist, kann eine Menge Geld sparen. Denn schnelle  Arbeitsspeicher sind in Punkto Verfügbarkeit und Preisentwicklung stark von der globalen Chipkrise betroffen. Die Preise sind derzeit hoch und stark volatil. Im Prinzip gibt das Motherboard vor, welcher Speicher benötigt wird. Unser B550 Board braucht DDR RAM. Damit verringert sich die Auswahl auf nur noch 10.000 Versionen. Easy. Hust.

5 EUR für 4 Gigabyte gebraucht bei ebay. Passt und ist möglich. 4 GB sind etwas wenig in der heutigen Zeit. 8 GB wären besser. 16 GB ideal. 32 GB wenn man spielt, streamt und Videos schneidet, alles parallel, Luxus. Unser B550 Board unterstützt bis zu 128 GB verteilt auf 4 Speicherbänke. Aber auf die GB kommt es gar nicht so wirklich an. Die Latenz der kleinen Speicherriegel ist ebenso wichtig. Die für insbesondere Gamer wichtige Latenz wird aus Timings und Taktfrequenz berechnet. Je kleiner die Latenz, desto schneller überträgt das System Daten vom Arbeitsspeicher. Na, noch bei uns?

Welche Timings der Arbeitsspeicher hat, erkennt man in der Regel grob an der Zahl hinter dem Kürzel „CL“ (Column Address Strobe Latency) – je kleiner, desto besser. Und teurer. Merkbar? Na ja, siehe oben. Ich entschied mich für CL16.

Taktfrequenz, ich mach es kurz:  Die Bearbeitung eines großen Archivs oder Nutzung einer grossen aufwendigen Multimedia-Software zur Bild-/Videobearbeitung kann mit DDR4-2133-RAM durchaus über 40 oder gar 50 Prozent länger dauern als mit DDR4-3600 – wohlgemerkt bei gleicher Speichermenge und CPU-Geschwindigkeit. Hat man sich, so wie ich, dann für 3600 MHz entschieden, sucht man sich noch das entsprechende Timing, also CL16, weniger also schneller geht nicht bei DDR4 mit hohen Taktfrequenzen. Dann muss man sich nur noch für einen Herstellernamen entscheiden, denn hergestellt werden die Speicherriegel alle irgendwie in China. Wer noch beleuchtete Speicherriegel braucht, schaut, ob es noch eine RGB Version des Speichers gibt. Wer dann noch für den besseren Look eine andere Farbe als Standard Schwarz haben will, schaut, ob es die auch noch gibt. Damit fiel meine Wahl auf die Ballistix von Crucial.

in weiss natürlich

1st PC Build – Teil 3 – Kabel Overkill

Corsair RM 750 ATX Netzteil

Ein weiteres schnuckeliges Hundefoto wäre hier wohl angebracht. Denn nichts ist langweiliger als ein Beitrag über Netzteile. Aber es gehört leider in jeden PC. Ohne Netzteil kein Strom, ohne Strom kein Bling Bling. Nun gut, machen wir diesen Bericht so attraktiv wie möglich und halten es kurz. Aber erstmal ein Eyecatcher.

Kabel, Kabel und noch mehr Kabel, aber in weiss. Hehe.

Marktführer bei Netzteilen ist eigentlich Seasonic. In unserem alten PC werkelte ein Seasonic Netzteil mit 550 Watt im Gold Plus Gewand (dazu später mehr). Hat damals ausgereicht. Heute eher nicht. So ein Netzteil gibt es natürlich in verschiedenen Stufen von 400 Watt bis 1200 Watt (Staubsauger Level). Aber wieviel Watt braucht man eigentlich? Nun, einfach gesagt, gar nicht so viel. Motherboard, CPU, Festplatten, Speicher, Netzteil etc. sind mit 100-150 Watt dabei. Plus-Minus 50 Watt, je nach CPU und Betrieb. Selbst Lüfter, Beleuchtung, angesteckte Peripherie wie Tastatur und Maus geben nur einige Watt hinzu. Der grosse Energiefresser ist die Grafikkarte. Und hier kann es schon gewaltige Unterschiede geben, da im Durchschnitt jede neue Grafikgeneration dann doch mehr Strombedarf hat als die Vorherige. Aber selbst mit der schnellsten, stromhungrigsten Grafikkarte derzeit, einer RTX 3090, wird man wohl trotzdem nicht über 300 Watt kommen, wenn man im Internet surft oder in Word einen Brief schreibt. Warum also dann 750 Watt oder mehr. Na ja, man muss schon ungefähr abschätzen können, wenn man ein hardwarehungriges Spiel in höchsten Grafikeinstellungen laufen lässt, was der jeweilige Grafikkartentyp bei hoher Last so abfeuert. Da sind wir dann beim Thema Lastspitzen. So ein System im Vollpowermodus geht dann allein schon bei der Grafikkarte in zusätzliche 300 Watt und mehr. Trotzdem ganz so schwierig ist die Auswahl nicht, denn auch ein 750 Watt Netzteil kann kurzzeitig auch mal 800 Watt liefern. Im Dauerbetrieb kommt es dann aber an seine Grenzen und der Lüfter im Netzteil wird ohrenbetäubend laut und das ganze wird energieseitig ineffizient. Geht dem Netzteil dann die Puste aus, schaltet es sich einfach per automatischer Notabschaltung aus. Blöd, wenn man sein Spiel nicht gespeichert hat, oder? In Flammen geht trotzdem nix auf. Da ich mit einer RTX 3070 oder 3070 Ti Grafikkarte plane in Kombination mit dem B550 Motherboard und dem Ryzen 7 5800X habe ich einfach Dr. Google und diverse Foren gefragt. Und da kamen dann 750 Watt als Optimum raus.

Viel wichtiger bei Netzteilen ist jedoch welche Effizienzkennzeichnung das Netzteil im Verhältnis zu Leistung und Wirkungsgrad hat. Grundsätzlich gilt: Gold is genau richtig, Bronze geht aber auch, aber meist ist Gold nur nen 10er teurer.

80er Kennzeichnungen (Quelle: heise.de)

Denn 80% der Zeit verbringt der PC meist im Idle Modus (Ruhe oder Surfmodus nenn ich das mal) und bei normalen Spielen oder Anwendungen nutzt man sowieso nur 20 bis 60% der Leistung eines Netzteils. Am effizientesten läuft ein Netzteil mit 80 bis 90% Wirkungsgrad, die kontinuierlich zwischen 20 und 100% Last erreicht werden müssen. Das sagt im Prinzip die 80er Regel aus. Je glatter die Lastkurve desto besser, Gold bietet für die meisten User hier das Optimum aus Preis und Leistung.

Warum jetzt also ein Corsair Netzteil? Ganz einfach: Seasonic bietet keine weissen Netzteile an und qualitativ sind die Corsair Netztteile mittlerweile genauso gut. In China sind sie alle sowieso hergestellt und so ein Netzteil ist auch keine Raketenwissenschaft. Zusätzlich beherrscht das Netzteil den lüfterlosen Betrieb bis 50% Last, was der Latstärke unseres Systems hoffentlich sehr entgegen kommen wird. Und, es war lieferbar zu einem vernünftigen Preis.

Ready to power

1st PC Build – Teil 2 – Mutter ruft

Gigabyte B550 Aorus Pro V2

Mutter, dein Kind ruft. Der Ryzen 7 Prozessor braucht ein warmes Zuhause. Folgende Motherboard-Typen kommen in Frage: ein X570 oder ein B550. Ein X470 oder B450 geht theoretisch auch nach einem Bios Update des Boards, doch sie werden offiziell nicht unterstützt.

Zen 3 Prozessoren wie unser Ryzen 7 erfordern ein X570 oder B550 Board

Zugegebener Maßen haben es die neueren X570 Boards nicht leicht gegen die B550 Boards. Preislich sind sie zu hoch angesetzt für zu wenige Features on top. Dabei sind sie doch so designt, um wirklich alle Features der neuen ZEN3 Architektur anzubieten. Für die Superprofis. Doch wer braucht schon z.B. 

  • mehr als 4 USB 3.1-Geräte
  • mehr als 6 SATA-Geräte
  • mehr als 3 Gen 4 M.2 SSDs
  • zwei LAN Anschlüsse

Zusätzlich befindet sich auf X570 Boards auch ein Lüfter (ja, nun auch auf Mainboards) um die durch die hohen elektrischen Ströme verursachten Wärmeentwicklungen zu mildern, was wiederum ein zusätzliches Thema in punkto Lautstärke ist, auch wenn der Lüfter im Idle Modus und bis 50% Auslastung noch gar nicht anspringt. Auch wenn es mittlerweile auf den noch neueren X570S Boards eine semipassive Kühlung ohne Lüftung gibt, die 10 bis 15 Watt mehr auf solchen Boards müssen irgendwie abgeleitet werden. Ihr merkt, wie sind schon beim Thema Air Flow.

Die B550 Boards müssen nur 5 bis 10 Watt im Idle Modus stemmen, sind daher stromsparender und bilden an sich schon in ihrer angebotenen Vielfalt diverser Hersteller etliche Anwenderspektren ab. Und sie sind meist 100 bis 150 EUR günstiger. Dieses Geld kann man gut in mehr Arbeitsspeicher oder neue Peripherie wie Tastatur und Maus investieren.

Daher fiel meine Entscheidung auf ein B550 Board. Ich wollte gute Wäremleiteigenschaften, ein stabiles aber kraftvolles Powermanagement, viele USB Anschlüsse, insbesondere noch alte 2.0, da ich periphere Geräte wie einen Saitek X52 HOTAS Joystick noch problemlos anschliessen will. Man glaubt gar nicht, wieviele periphere Geräte noch Probleme mit den neueren USB 3.X Schnittstellen haben. Das ist es gut zu wissen, als Safety Backup ausreichend USB 2.0 zu besitzen. Eine Maus und Tastatur kann da auch mit ran und braucht keinen der schnelleren 3.0/3.1/3.2 Anschlüsse zu belegen, was verschenktes Potenzial wäre. Auch ein Front USB Typ C Header sollte vorhanden sein, da unser ausgesuchtes Gehäuse (Fractal Design Meshify 2 – ihr erinnert Euch? ) so einen Anschluss auf der Frontblende anbietet. Wäre ja schade drum, so etwas nicht zu nutzen z.B. Handy schnell aufladen. Ebenso wollte ich auf dem Board noch genug Header Anschlüsse für Lüftersteuerung, Temperatursensoren und ja…RGB Bling Bling. Das einzige Thema was ich nicht geschafft habe: function follows form and design. Weiss. Weiss. Weiss.

Denn eigentlich wollte ich erst ein schickes weisses ASUS ROG STRIX B550 A-Gaming kaufen. Das ist weiss. Sieht schick aus. Echt edel. Doch fiel technisch aufgrund meiner oben genannten Spezifikationen aus und hat auch nicht mal ein bissel RGB auf dem Board.

Erster Grundsatz also schon gerissen. Top. Das Board, welches exakt zu meiner technischen Vorstellung passt, ist schwarz, so wie viele andere Boards. Hmpf. Es hat aber RGB LEDs, die man dann anstelle der Grundeinstellung Orange auch in Weiss leuchten lassen kann. Okay, ein Kompromiss. Aber ich will schon vorwarnen. Um ein paar LEDs zu einem synchronen Farbwechsel mit anderen Komponenten zu bringen, bedarf es Software, Glück und viel Geduld. Aber das ist ein anderes Kapitel. Somit ist der Winner: das Gigabyte B550 Aorus Pro V2.

das Gigabyte B550 Aorus Pro V2
Unboxing Mutter. Wow, sogar Aufkleber.
Close Up

Ich möchte anmerken, dass der Entscheidungsprozess dafür mehrere Wochen gedauert hat. Die schiere Menge an vielfältigen Boarddesigns von unterschiedlichen Herstellern gepaart mit mangelnder Verfügbarkeit kommt hinzu. Aber nun ist es da und wir sind gespannt, ob es unsere Erwartungen erfüllen kann.

1st PC Build – Teil 1 – das Herz

AMD Ryzen 7 5800X 8 Core 16 Thread Processor PCIe 4.0, 3.8 GHz, Max Boost 4.7 GHz

Look, who is here? AMD hat es geschafft nach jahrelangem Hinterherlaufen wieder konkurrenzfähige Chips zu produzieren. Es muss nicht mehr immer ein Intel Chip sein. Auch das Preis-Leistungsverhältnis der sogenannten Ryzen Chips von AMD gegenüber Intel ist wesentlich besser. Mit dem AMD AM4 Sockel aufbauend auf der ZEN3 Architektur erwartet uns mit dem frisch eingetroffenen Ryzen 7 5800X ein extrem schneller, leicht übertaktbarer und zuverlässiger Begleiter, der nun das Herz unseres neuen PCs bilden wird.

Grosse Verpackung, kleiner Chip, Millionen Transistoren

Ich erspare mir die techischen Details, die man eh googeln kann, sondern gehe auf die Konsequenzen ein, nachdem man nun die anfängliche erste Hürde beim PC Bau, also die Chipwahl, hinter sich hat. Denn somit ist die Basis gelegt für alle weiteren Komponenten, die man nun zusammen sammeln muss. Da die Wahl auf AMD mit Sockel AM4 fiel, grenzt sich die Wahl des nun benötigten Motherboards auf drei Arten ein. Allerdings hat man immer noch die Wahl zwischen hunderten Versionen dieser drei Arten von einer Vielzahl von Herstellern. Uiuiui. Es wird also nun die Mutter für unseren neuen Chip gesucht, die das junge Ryzen Kind auf ihrem „Mutterboard“ aufnehmen soll. Und schon sind wir bei Schritt 2: Welches Motherboard? Mehr dazu in Kürze.

Kleiner grosser Kraftzwerg

Ach so, falls jetzt oder in den nächsten Artikeln der Eindruck entsteht, ich weiss wovon ich rede, dem ist nicht so. Ich versuche nur das Erlernte zu dokumentieren. Dies ist ein blutiger Anfänger PC Build, mit allen Rückschlägen und Desastern, die noch kommen werden. Ja, aber warum machst Du das dann? Wie im Beitrag davor erwähnt, weil wir es einfach mal selbst machen wollen. Ne, oder? Doch.

1st PC build – Epilog – Let’s meshify! Von Air Flow und RGB bling bling…

Da Fotos zu langweiligen PCs nicht so ziehen, aber von süssen, schnuckeligen Hunden, haben wir uns für dieses Beitragsbild entschieden, welches aber auch gut die Situation auf dem PC Markt beschreibt

Ok, die Tage werden kürzer und die Nächte dunkler. Was bietet sich an, um sich die Zeit zu vertreiben? Richtig. Ein neuer PC muss her. Und es soll keiner von der Stange sein, sondern ein stolzer PC Selbstbau. Und man will ja was lernen nebenbei. Gute Idee. Ne, schlechte Idee. Richtig schlechte Idee.

Warum? Chipkrise, schlechte Verfügbarkeit von Komponenten, horrend überteuerte Preise für verfügbare Komponenten, Corona (hä? ja, zieht immer als gutes Anti-Argument), Miner, Bots und Scalper, die alles 1 Sekunde nach Erscheinen wegkaufen, Software Bugs und willkürliche Inkompatibiläten aller Hardware. Ja, aber warum machen wir es trotzdem? Na, weil es Spaß macht und so in der Tat eine wirkliche Herausforderung darstellt. Und wenn der PC irgendwann mal zusammengebaut ist und läuft, das Gefühl wird unbeschreiblich werden. Unglaublich. Komplett verrückt.

Doch zurück zur Ausgangslage. Im Raum steht ein nunmehr 8 Jahre alter PC. Klar läuft der noch. Aber wenn es doch nun schon viel besser, schneller und weiter geht, warum nicht. Der bisherige Vierkernprozessor – Intel i7 4790K war im Soft OC auf 4,0 GHz stabil übertaktet, hat auf einem Asus Maximus VII Ranger Motherboard in einem schwarzen, schallgedämmten Fractal Design Gehäuse zuverlässig seinen Dienst mit 16 GB DDR3 RAM im XMP Modus (auch leicht übertaktet) getan und wird es wohl auch noch weitere Jahre tun. Gestartet mit einer Asus Geforce ROG Strix GTX 980, später aufgerüstet auf eine 1080er von MSI wird Minecraft, Sims 4 und Elite Dangerous auch weiterhin in WQHD Auflösung flüssig mit 100 fps laufen. Im Zimmer der Kinder.

Ja, warum denn nun wechseln? Det war doch toll. Mehr brauch man doch nicht. Stimmt. Aber stimmt halt nicht mehr ganz. Die Welt dreht sich nun mal weiter. Und Anforderungen seitens Anwendungen, Programmen und ja, auch Spielen steigen. Somit muss was Neues her. Och nö. Doch. Nö. Doch.

Diesmal soll „function follows form and design“ das Hauptcredo sein. Welches wir direkt nach den ersten Recherchen über Bord werfen. Die Hauptstrategie, alle Komponenten von einem Hersteller und Anbieter zu besorgen und damit Hardwareinkompatibilität zu vermeiden sowie Beleuchtungsstrategien zu vereinfachen, vaporisiert sich nach drei Tagen intensiver Komponentensuche und Forumsbesuche. Komplett gaga die PC Welt da draußen. Aber was wollen wir eigentlich. Mal ganz ehrlich und auf den Punkt gebracht? Ok! Hier die Anforderungen:

Ein neues Case (Gehäuse) in weiß, da kein schwarzes Ungetüm mehr im Raum stehen soll und der neue PC soll evtl. diesmal auf dem Schreibtisch stehen. Also auch ein Seitenteil aus Glas, damit man die neuen Komponenten auch mal in Aktion sehen und bewunden kann. Hach, das Flackern und Blinken wird toll. Ein Chip diesmal von AMD, möglichst ein Achtkerner, also ein neuer Ryzen Prozessor. Doppelter DDR4 Speicher mit 32 GB. Eine Grafikkarte aus der RTX 3XXX Reihe. Das wird noch ein Spass (Krampf). Und für das nötige optische Bewunderungs-TamTam etwas RGB Beleuchtung, na ja kann auch mehr sein. Ach, volle Hütte, liegt doch gerade im Trend.

Die anderen Komponenten werden teilweise vom alten PC abgezogen. Also Monitor, Festplatten und Peripheriegeräte aller Art. Der neue soll nur eine kleine NVMe M.2 SSD auf neuer PCIe 4.0 Basis noch neu erhalten. Windows Start in drei Sekunden. Kein Problem dann. Fangen wir also an. Die nächsten Wochen werden sicherlich spannend, nervenzerreissend und sehr herausfordernd. Ich werde, wie immer, hier über alles berichten, sobald die ersten Komponenten hier eintrudeln.

Ein Case haben wir uns schon ausgesucht. Es wird wieder eins von Fractal Design, die bauen einfach hoch qualitative und sehr durchdachte Gehäuse. Aber wie gesagt in weiss und mit interessanter durchlässiger Mesh Front, oha.

Womit wir wieder bei der Überschrift wären. Let’s meshify!

Weil nur das wir uns weiterbringt

Zusammen zu Hause

Save the date – am Donnerstag, den 6. Mai ab 19 Uhr steigt die After Work Feierabend Party auf http://twitch.tv/bangal0r mit DJ Bangalor und seinen Gästen. Eingeladen sind theoretisch 1.200 Mitarbeiter:innen einer grossen deutschen Krankenkasse und ihre Familien. Doch jeder andere Gast, der an fetzigen Beats aus allen Musikgenres interessiert ist, kann gern dazukommen. Frei nach dem Motto: Weil nur das wir uns weiterbringt – zusammen zu Hause. Als Abschlussprogramm des vorangehenden dreitägigen Arbeitskreises Gesundheit wird diese DJ Session auch etwas ganz Besonderes. Neben einigen Exkursen in schon historische, musikalische Gesundheitskurse à la Medizin nach Noten werden auch Musikwünsche aus allen Regionen Deutschlands abgespielt. Da hat sich DJ Bangalor was vorgenommen, denn auch Schlager und Heavy Metal werden irgendwie in klassische Dance Moves gepackt werden müssen. Also schaut gern rein.

Die Wohnzimmer-Feierabend Party startet bald.

Born electric – initializing batteries

Open the pod bay doors, HAL.

Trotz Corona und nach 3 Wochen im Berliner Zulassungsdschungel steht er nun endlich bei mir. Der neue NIU MQi GT. Als Leichtkraftrad mit E-Kennzeichen in der 70 km/h Version in leuchtendem Schwarz. Stolz habe ich ihn bei den Scooterhelden in Berlin abgeholt. Trotz noch leicht fröstelnden Temperaturen; die ersten Meter haben mir ein breites Grinsen entlockt. Leise und flink glitt ich auf der ersten Fahrt nach Hause durch die Stadt.

Electric gate

Zu Hause warteten schon die in den letzten Wochen eingetroffenen Zubehörteile. Denn so ein Scooter braucht halt auch die notwendigen,  stadttauglichen Gimmicks. Halbwegs fix waren Gepäckträger, Topcase inklusive Halter, Handyhalter und längere Spiegel montiert. Fertig. USB Ladebuchse ist am Roller schon mit dabei.

Fix und fertig

Und am nächsten Tag begab ich mich schon auf die in Zukunft reguläre Standard-Pendelstrecke ins Büro. 15 km hin, 15 km zurück. Damit sollte ich die Tour zweimal ohne Laden schaffen. Nach 60 bis 80 km müssen die Akkus aufgeladen werden. Je nach Temperatur und Fahrstil. Im Sommer gehen wohl eventuell auch mehr. Die Sitzposition ist für meine 1,96m und hust…ca. 90 kg 🙂 überraschend angenehm. Die Bedienung ist sehr einfach. Dank Keyless Go, einfach Knopf auf der Fernbedienung drücken, um den Roller freizuschalten, draufsetzen, Seitenständer einklappen nicht vergessen, den grünen Ready Knopf rechts am Lenker betätigen und los geht’s. Immer daran denken, dass andere Verkehrsteilnehmer, insbesondere hastige Senioren und andere verdutzt schauende Passanten den NIU nicht hören. Denn er ist einfach nur leise. Einen akkustischen Soundgenerator als Fussgängerschutz, wie bei Elektroautos, gibt es nicht, auch kein Surren, nur das Pfeifen des Windes. Erst recht kein Knattern und Tuckern, was den typischen Rollerfahrer schon meilenweit beim Heranfahren ankündigen würde.

App Anbindung gibt es auch. Mehr schlecht als recht, aber Standort, gefahrene Strecke und eventuelle Ruckler am Roller werden von der App dokumentiert und, falls gewünscht, als Push Benachrichtigung aufs Handy geschickt. Dank integrierter SIM Karte und GPS Chip kein Problem, auch wenn das Signal immer erstmal über die chinesischen Server geht. Soll ja keiner aussen vor bleiben über unsere Pendelgewohnheiten. Sei’s drum. Akkustand sollte dann ja wohl auch bald vernünftig funktionieren und in der App korrekt angezeigt werden.

Dank herausnehmbaren Akku, kann dieser auch in der Wohnung aufgeladen werden

Was NIU vom Preis-Leistungsverhältnis hier anbietet, ist trotzdem beeindruckend. Eine wirklich sehr gute Verarbeitung bei Schaltern, Hebeln und Bedienelementen. Die chinesischen Reifen sind ab Werk sogar ganz ok und ohne Unwucht. In die Kurven legt sich der Kleine sehr geschmeidig, ohne zu sehr hineinzufallen. Das Fahrwerk ist härter abgestimmt, aber noch ok. Damit fährt sich der kleine Flitzer aber eben nicht so schwammig wie andere Roller seiner Klasse. Das Bremsverhalten ist ausgewogen. Beim ersten leichten Anbremsen startet auch die Rekuperation, auch wenn ich bezweifele, dass dies mehr als 1 km zusätzliche Reichweite generiert. An der auf grün schaltenden Ampel ist man zunächst flink der Erste, der vom Start wegkommt. Ab 50 km/h muss man sich aber dann doch etwas Zeit nehmen, um eventuell gewollte 70 km/h zu erreichen. 78 km/h soll der ein oder andere auch schon geschafft haben. 72 km/h kann ich schon mal bestätigen.

Für nicht mal 1 Euro pro 100 km, je nach individuellem Stromtarif, wird die Fahrfreude wohl noch lange anhalten. Wer will, kann im Sommer ja auch seine mobilen Solarpanele entfalten. Dann ist man wirklich autark und 100% mit Sonnenstrom unterwegs.  Schaun wir mal, wie die ersten 1.000 km so laufen. Aber stolz sind wir hier schon auf unseren neuen Flitzer. Wo ist nochmal meine Aldi-Tüte, damit ich die auch stilgerecht vorn an den Beutelhaken aufhängen kann?